Therapiebegleithund Was ist ein Therapiebegleithund?

Aus dem Namen lässt es sich wunderschön ableiten. Der entsprechend ausgebildete Hund begleitet seinen entsprechend ausgebildeten Menschen bei der Therapie.

Sie können beide als Team an wechselnden Einsatzorten arbeiten, sie können auch beide als Team fest in einer Praxis tätig sein.

Ganz wichtiger Punkt: Wenn Sie mit Ihrem Hund als Therapiebegleithund-Team tiergestützte Therapie machen möchten, bedarf es drei wichtiger Kriterien, die Sie erfüllen müssen:

  1. Tiergestützte Therapie kann nur ausgeführt werden, wenn eine Fachkraft  (z. B. Logopäde, Ergotherapeut...) das ausgebildete Tier in seinem Fachgebiet einsetzt. Der Therapie-Einsatz kann auch von "nicht Fachkräften" begleitet werden (hier: ausgebildeter Hundeführer), die den ausgebildeten Hund leiten, wenn die Therapie von einem Fachmann angeleitet wird.
  2. Die tiergestützte Therapie ist immer auf Ziele ausgerichtet, die erreicht werden sollen und im Vorfeld festgelegt und definiert werden.
  3. Die Aktivitäten und Fortschritte während einer tiergestützten Therapie werden genau dokumentiert und auf ihre Effektivität überprüft - immer die Zielsetzung vor Augen.

Was ist bei der Erziehung zum Therapiebegleithund zu beachten?

Der angehende Therapiebegleithund wird bereits nach seiner Geburt entsprechend geprägt. Der Welpe wird berührt, gestreichelt, an menschliche Stimmen, Gerüche und tägliche Geräusche gewöhnt.

Alle Dinge, die dem Welpen zwischen der dritten und zwölften Woche (auslaufend bis zur 16. Woche) wiederholt gezeigt werden und die ihm regelmäßig beigebracht werden, sind fest in seinem Gedächtnis verankert. Von diesen frühen positiven (aber auch negativen) Erfahrungen profitiert der jetzige Welpe in seinem weiteren Leben.

Erziehung zum Therapiebegleithund

Deshalb wird die Grundlage seiner Erziehung zielorientiert auf seine spätere Verwendung ausgerichtet.

Kann jeder Hund ein Therapiebegleithund werden?

Quentin mit kleinem Ball

Eine wichtige Eigenschaft, die ein angehender Therapiebegleithund haben muss, ist ein freundliches, gutmütiges und festes Wesen und eine sehr hohe Reizschwelle und das „Gestreichelt werden“.

Dieses Anfassen, Streicheln, Kuscheln in unterschiedlichster Form muss mit dem Welpen von Anfang an geübt werden. Sie meinen, Hunde lassen sich doch generell gerne streicheln? Das stimmt nur bedingt. Hunde suchen gegenseitig den Körperkontakt und lassen sich streicheln aber das Aushalten von längerem Streicheln, Betatschen und ungelenkes Berühren muss geübt werden.

Ein guter Grundgehorsam sollte selbstverständlich sein und ein sehr starkes Vertrauen in den Hundeführer.

Mein Hund lässt sich gerne streicheln – auch von Fremden. Ist er dann schon ein Therapiebegleithund und kann mit mir in Einrichtungen?

Das würde ich nicht tun, denn das Risiko, mit einem Hund der sich lediglich streicheln lässt, in Einrichtungen zu gehen, ist zu hoch.

Ein Therapiebegleithund muss noch andere Voraussetzungen mitbringen, so darf er nicht schreckhaft sein, muss sich am Hundehalter orientieren, darf kein Fluchtverhalten zeigen…

Auch Sie als Therapiebegleithundeführer müssen einige Dinge beherrschen, z. B. Gesetzeskunde, Kynologie, Konditionierung, Humanmedizin…

Cira beim Streicheln

Als verantwortungsvoller Hundeführer sollte es selbstverständlich sein, dass Sie Gefahr von Ihrem Hund abwenden und auch selbst als Team für Andere keine Gefahr darstellen.